Armutsbericht der Bundesregierung 06.03.2013

Schlag ins Gesicht für sozial benachteiligte Kinder

Verdächtig lange ließ der Armutsbericht der Bundesregierung auf sich warten. Nun zeigt sich, dass es eher ein beschönter Reichtumsbericht geworden ist, der mit der Realität der Menschen in Deutschland herzlich wenig zu tun hat.

„Es ist ein Schlag ins Gesicht für die sozial benachteiligten Kinder, deren Bildung vom Einkommen der Eltern abhängig ist“, sagt der Gründer des Kinder- und Jugendwerks Die ARCHE, Bernd Siggelkow. „Hier darf nicht schön gerechnet werden, was schon heute unserer Gesellschaft große Probleme bereitet und in Zukunft noch größere Probleme bereiten wird. Eltern mit einem Einkommen auf HartzIV-Niveau können ihre Kinder nicht alleine ausreichend fördern. Davor dürfen Staat und Wirtschaft nicht die Augen verschließen.“

Die ursprüngliche Fassung des Berichts hätte eher aufgezeigt, wo die Probleme liegen. Doch, dass Wirtschaftsminister Philipp Rösler den Bericht im Sinne von verstimmten Wirtschaftsverbänden derart massiv umformulieren und mit dem Rotstift bearbeiten lässt, ist ein zusätzlicher Beleg, wie die Ungerechtigkeiten in unserem Land verteilt sind und für wen hier Lobbyarbeit betrieben wird.

Der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zeigt es da schon deutlicher, wie sehr die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr in Deutschland auseinander geht. Zudem sollte Armut nicht einfach flächendeckend verallgemeinert werden, sondern man muss die einzelnen Regionen stärker berücksichtigen und entsprechend fördern. Während in Baden-Würtemberg ca. 11 Prozent der Menschen als relativ arm gelten, sind es in Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern rund 22 Prozent.